Band I trägt den Untertitel Plädoyer für Rufgeschädigte.

Was steckt hinter diesem Titel? Wir Menschen bezeichnen alles was uns scheinbar nicht nützt, oder zu uns in Konkurrenz steht, als unnütz oder gar als schädlich und bekämpfen es mit allen verfügbaren Mitteln. Eine überlieferte, aber nicht mehr zeitgemässe Tradition, die nicht unbedingt für das intelligenteste Wesen auf Erden spricht, das wir uns einbilden zu sein. Wer sich auch nur sporadisch mit der Natur befasst, sie beobachtet und zu verstehen versucht, dem wird bald klar, dass jedes Lebewesen, aber wirklich jedes, seine Aufgabe und seinen Zweck im komplexen Netzwerk der Natur erfüllt und sich deshalb die Frage von nützlich oder schädlich grundsätzlich gar nicht stellt. Nur wir Menschen machen diesen Unterschied und untermauern dies auch noch mit erfundenen, übertriebenen oder unwahren Geschichten. Durch die dominanten Ansprüche der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Zivilisation greifen wir andauernd und überall in das fragile Ökosystem und in die Artenvielfalt ein.


Wer ist denn nun real gesehen ein echter Schädling auf diesem Planeten?
Auf diesem Hintergrund entstehen Karl Webers Werke. Für eine ganze Reihe von Verfolgten, Verfemten und “Rufgeschädigten” bricht er im ersten Band eine Lanze.
 In einmaligen Bildern bringt er uns Rabenvögel, Spinnen, Schnecken, Wölfe usw. näher, zeigt uns auf wo ihr Platz im Netzwerk der Natur ist, wie sie ihr Leben fristen, wie sie sich verhalten und was für interessante und spannende Lebewesen sie sind. Dies immer in der grossen Hoffnung, zumindest einige Mitmenschen damit überzeugen zu können, dass wir auf dem falschen Pfad sind. Wenn diese dann wiederum ihre Erkenntnisse weitergeben, ist schon viel gewonnen. Denn heute sind schon zu viele Grosseltern, Eltern und auch Lehrpersonen so weit von der echten Natur entfernt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Kinder für diese zu begeistern und ihnen einen respektvollen Umgang mit ihr vorzuleben und beizubringen.


Martin Erdmann